Leckeres Weihnachtsgebäck, enge Tunnel im Bergbau, und Spikes an Hufeisen.

Springreiter beim CHIO Aachen - Foto von Kira Hoffmann via Pixabay
Springreiter beim CHIO Aachen, deutlich an den Hufeisen zu sehen: die Stollen – Foto von Kira Hoffmann via Pixabay

Die meisten Stollen kann man im Gegensatz zu Stiften theoretisch wieder herausnehmen. Ein solcher Stollenbeschlag ist ein Hufeisen mit Gewinden, in die die Stollen (einer an jedem Schenkel des Eisens) hineingeschraubt werden (theoretisch deswegen, weil sich die Stollen nach kurzer Zeit im Gewinde so verkeilen, dass man sie nicht mehr lösen kann; es sei denn, man reitet nur auf Sand oder Gras, also sehr weichem Boden). Stollen können aber auch aufgeschweißt werden, und an Eisen, die komplett vom Schmied hergestellt wurden, konnten auch die Schenkel so umgebogen werden, dass derselbe Effekt wie bei Stollen entstand, nämlich stark verbesserter Grip. Wie man diese umgeschmiedeten Enden jedoch nannte, weiß ich zur Zeit nicht – hier würde ich mich über einen Kommentar von einem Hufschmied freuen!

Stifte (oft Widia-Stifte genannt) kann der Schmied ebenfalls an ein vorkonfektioniertes Eisen anbringen (vor dem Beschlagen). Sie sind immer fest mit dem Eisen verbunden, lassen sich also gar nicht entfernen. Optisch unterscheiden lassen sich Stollen und Stifte dadurch, dass Stifte niedriger, viel kleiner und immer rund sind. Stollen haben oft eine viereckige Grundfläche, sind pyramidenförmig und haben in der Mitte einen härteren Stift herausschauen. Für verschiedene Anwendungszwecke gibt es verschiedene Formen.

Stifte können nicht nur ins Hufeisen, sondern auch in die Hufnägel eingelassen werden. Diese nennt man dann Eisnägel, weil man damit (in Kombination mit Stiften oder Stollen) tatsächlich auf glatten Eisflächen reiten kann. (Was man allerdings auch mit Stollen nicht kann, ist auf einer glatten Eisfläche eine Neunzig-Grad-Kurve im Galopp nehmen. Ich spreche aus Erfahrung: Ich bin im Krankenhaus gelandet, aber immerhin ist den Pferden nichts passiert.)

Es gibt übrigens noch ein schönes Verb, das in meine Reihe der präfigierten Verben passt, nämlich »aufstollen«. Das bedeutet nämlich wieder Erwarten nicht das Anbringen von Stollen am Eisen, sondern das Ansammeln von Schnee unter dem Huf. Etwas, das durch Anbringen von Hufgrip vermieden werden soll (und vermieden wird).

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