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Comtois - Foto von JuLessMrsS
Comtois – Foto von JuLessMrsS via Pixabay

Was du schon immer über die Farbe der Comtois-Pferde wissen wolltest, aber nie erfahren konntest, weil du kein Französisch sprichst:

Das Comtois-Pferd hat ursprünglich ein bauchiges Kleid mit schwarzen Haaren, das bis zur Zeit des Zweiten Weltkrieges fast die einzige Kleidungsfarbe der Rasse bildet. Das Kleid ist jetzt anders, gekennzeichnet durch eine klare gelb-silberne Mähne und Schweif, sowie klare Barten, die bis auf die Sehnenebene zurückgehen. Das Kleid dieser Pferde, (fälschlicherweise) „kastaniengewaschenes Haar“ (die Mehrheit der Comtois-Pferde ist ursprünglich Bais), ist auf die Einführung des Gens Silver durch einen einzigen Hengst namens Questeur zurückzuführen, der In den 1950er Jahren wurde er zum Zuchthengst. Da das Silber-Gen dominant ist, trägt nun eine große Mehrheit der Comtois-Pferde dieses Kleid, auch wenn die Bucht noch von der Standard-Rasse zugelassen ist. Das Kleid namens verbrannte Kastanie ist verboten.

Dieses Kleid ist in der Comtois so üblich geworden, dass andere Silberbeerepferde als „comtois chestnut“ beschrieben werden. Die Züchter mögen versucht haben, das Feldkleid freiwillig zu eliminieren, weil es sie an die Kreuze erinnert, die mit den Ardennen gemacht wurden, und um dieses ursprüngliche Merkmal, das unter den Rassen der Traits fast einzigartig ist, zu reparieren. Das elegante Kleid der Comtois ist für viele in ihrem Erfolg als Freizeitpferd, und in dem Modephänomen, das sie begleitet.

Weiße Marken müssen gemäß der race-Norm begrenzt werden. So sind die Listen, die breiter sind als die Hälfte der Fase und die Balzane, die über die Mitte des Fasses hinausgehen, ebenso verboten wie die Kleider mit roten Haaren oder gemischt mit Weiß.

Und man braucht sie also doch, die echten Übersetzer! :)

(Quelle: ⇒ translate.google.com und ⇒ die französische Wikipedia)

Wie nennt man ein schwarzes Pferd mit weißer Mähne?

Foto von Ute Becker via Pixabay
Rappwindfarbener Isländer — Foto von Ute Becker via Pixabay

Wie die Farbe bezeichnet wird, das kommt auf die Rasse an. Grundsätzlich gibt es nur wenige Pferderassen, bei denen diese Farbe überhaupt auftritt — wobei es auch kein »reines« Schwarz und kein »reines« Weiß ist. Meist ist es eher ein sehr dunkles silbergraues Fell und ein sehr helles Silbergrau in der Mähne.

Im Folgenden die Farbbezeichnung von verschiedenen Zuchtverbänden. Für Ergänzungen bin ich dankbar — einfach das Kommentarfeld am Ende des Beitrags nutzen oder eine E-Mail schreiben.

Noch etwas zum Unterschied zwischen silver und silver dapple: Viele dieser Pferde zeigen eine Äpfelung im dunklen Fell, dann ist die Bezeichnung silver dapple angebracht (»silbern geäpfelt«). Manche sind aber auch »ungemustert« (mir fällt kein Begriff für solid colour ein), und dann sind sie eben einfach nur silver.

Das Silber-Gen bewirkt auf einem Rappen die oben genannte Farbe. Auf einem Dunkelbraunen oder einem Braunen wirkt sie sich anders aus und heißt dann in manchen Rassen auch anders.

Was sind Stollen?

Leckeres Weihnachtsgebäck, enge Tunnel im Bergbau, und Spikes an Hufeisen.

Springreiter beim CHIO Aachen - Foto von Kira Hoffmann via Pixabay
Springreiter beim CHIO Aachen, deutlich an den Hufeisen zu sehen: die Stollen – Foto von Kira Hoffmann via Pixabay

Die meisten Stollen kann man im Gegensatz zu Stiften theoretisch wieder herausnehmen. Ein solcher Stollenbeschlag ist ein Hufeisen mit Gewinden, in die die Stollen (einer an jedem Schenkel des Eisens) hineingeschraubt werden (theoretisch deswegen, weil sich die Stollen nach kurzer Zeit im Gewinde so verkeilen, dass man sie nicht mehr lösen kann; es sei denn, man reitet nur auf Sand oder Gras, also sehr weichem Boden). Stollen können aber auch aufgeschweißt werden, und an Eisen, die komplett vom Schmied hergestellt wurden, konnten auch die Schenkel so umgebogen werden, dass derselbe Effekt wie bei Stollen entstand, nämlich stark verbesserter Grip. Wie man diese umgeschmiedeten Enden jedoch nannte, weiß ich zur Zeit nicht – hier würde ich mich über einen Kommentar von einem Hufschmied freuen!

Stifte (oft Widia-Stifte genannt) kann der Schmied ebenfalls an ein vorkonfektioniertes Eisen anbringen (vor dem Beschlagen). Sie sind immer fest mit dem Eisen verbunden, lassen sich also gar nicht entfernen. Optisch unterscheiden lassen sich Stollen und Stifte dadurch, dass Stifte niedriger, viel kleiner und immer rund sind. Stollen haben oft eine viereckige Grundfläche, sind pyramidenförmig und haben in der Mitte einen härteren Stift herausschauen. Für verschiedene Anwendungszwecke gibt es verschiedene Formen.

Stifte können nicht nur ins Hufeisen, sondern auch in die Hufnägel eingelassen werden. Diese nennt man dann Eisnägel, weil man damit (in Kombination mit Stiften oder Stollen) tatsächlich auf glatten Eisflächen reiten kann. (Was man allerdings auch mit Stollen nicht kann, ist auf einer glatten Eisfläche eine Neunzig-Grad-Kurve im Galopp nehmen. Ich spreche aus Erfahrung: Ich bin im Krankenhaus gelandet, aber immerhin ist den Pferden nichts passiert.)

Es gibt übrigens noch ein schönes Verb, das in meine Reihe der präfigierten Verben passt, nämlich »aufstollen«. Das bedeutet nämlich wieder Erwarten nicht das Anbringen von Stollen am Eisen, sondern das Ansammeln von Schnee unter dem Huf. Etwas, das durch Anbringen von Hufgrip vermieden werden soll (und vermieden wird).

Aalstrich – und ein bisschen Norwegisch

Praktisch jedes Pferdelexikon beginnt mit dem Wort »Aalstrich«. (Und endet dann aber wahlweise mit »Zungenfreiheit«, »Zweispänner«, »Zwitter«, oder »Zwölffingerdarm«, je nach Umfang und Schwerpunkt.)

Die Bedeutung des Wortes ist schnell erklärt. Ein Aalstrich ist eine dunkle Linie, die sich von Schopf bis Schweif der Länge nach über die Oberseite des Pferdes zieht, und zwar auch durch die Mähne durch, wie man schön auf diesem Foto sieht:

Norweger mit Stehmähne
Fjordpferd mit Stehmähne, durch die man den Aalstrich sieht — Foto von Domenic Blair via Pixabay

Der Aalstrich ist charakteristisch für Falben und sorgt bei Braunfalben für die Unterscheidung vom Braunen.

Im Isländischen gibt es eine Adjektivform dazu, die man quasi als »aalstrichig« übersetzen kann, und die dann in isländischen Farbbezeichnungen wie bleikálóttur (gelbfalb) oder móálóttur (mausfalb) auftaucht. Im Deutschen benutzt man die Konstruktion »mit Aalstrich«, ähnlich wird es in anderen Sprachen gehandhabt, musegrå med ål heißt der Mausfalbe auf dänisch.

Da alle Fjordpferde Falben sind und demzufolge einen Aalstrich haben, wird der Aalstrich bei den norwegischen Pferdefarben nicht extra erwähnt. Folgende Farben können die Norweger haben (in mehreren Schreibweisen, weil es nicht nur zwei Sprachen, sondern auch noch viele Dialekte in Norwegen gibt, und mit der deutschen Bezeichnung, die der Zuchtverband verwendet, dahinter):

  • brunblakk — Braunfalbe (ein norwegischer Braunfalbe ist jedoch nie so dunkel, wie es ein isländischer Braunfalbe sein kann), wird unterteilt in lys brunblakk (Hellbraunfalbe) und mørk brunblakk
  • rødblakk, raudblakk — Rotfalbe
  • grå — Graufalbe
  • gulblakk — Gelbfalbe
  • ulsblakk — Hellfalbe

Außerdem gibt es im Norwegischen Fachwörter für diese eingefärbten Körperpartien, die in anderen Sprachen fehlen: ål kennen wir schon, midstol oder midtstol ist der Längsstreifen in der Mähne, halefjær oder halefjør (»Schwanzfedern«) sind die dunklen Schweifhaare. Dann gibt es noch die Bezeichnung grep für manchmal vorhandene (Quer-)Streifen am Widerrist, auf deutsch »Schulterkreuz« genannt, und njålsmerke für (extrem selten vorkommende) dunkle Flecken an den Ganaschen. Querstreifen am Bein werden einfach benstriper (»Beinstreifen«) genannt. Meistens nennt man diese »Zebrastreifen« bzw. zebra stripes auf englisch.

Quellen:
Store norske leksikon, Stichwort »fjordhest«

Norwegian Fjord Horse Registry

Homepage des norwegischen Zuchtverbands

Auf englisch heißt der Aalstrich dorsal stripe.

Wäre also noch die Herkunft des Wortes, seine etymologischen Wurzeln, zu klären, und idealerweise auch, wie es bei Pferd und Esel zu dieser Färbung kommt, also der genetische Hintergrund. Aber das wird mindestens ein weiterer Artikel.

Was sind Mounted Games?

Reiterspiele — Foto via Wikimedia Commons
Reiterspiele — Foto via Wikimedia Commons

Mounted Games sind Reiterspiele. mounted ist ein Adjektiv (abgeleitet vom Verb to mount, was »aufsitzen«, aber auch so etwas wie »aufgesessen sein« bedeutet) und wird am besten mit »beritten« übersetzt. Bekannt ist das Wort vor allem in der Kombination mounted police (berittene Polizei) und da speziell im Zusammenhang mit der Royal Canadian Mounted Police, umgangssprachlich abgekürzt Mounties.

Foto von Keith Johnston via Pixabay
Royal Canadian Mounted Police —Foto von Keith Johnston via Pixabay

Mounted Games sind eine eigene Sportart, in der z. B. Europameisterschaften oder Weltmeisterschaften ausgetragen werden. Mehr darüber kann man auf der ⇒ Homepage des Verbandes lesen.

Wo ich gerade diesen Artikel schreibe, fällt mir eine neue mögliche Liste ein: eine Liste über die verschiedenen Pferdesportarten. Vielleicht finde ich ja demnächst die Muße, einmal alles zusammenzutragen, was es an »Sport mit Pferd« so alles gibt. Auch wenn man erst einmal denkt, naja, Reiten und Fahren halt, gibt es ja von Polocrosse über Ride and Tie bis zu Buskaschi die verschiedensten Turniere, d. h. Wettbewerbe.

Fragen über Fragen

Fragezeichen im Gesicht
Fragezeichen im Gesicht

Wenn du schon immer mal wissen wolltest, was andere Leute wissen wollen, dann gibt es hier einen kleinen Einblick. Fragen, die beim Pferdewörterbuch via Internet angekommen sind:

  • Wie heißt der Reiter auf dem Pferd?
  • Gibt es im Französischen das Wort Pony?
  • Soll ich was sagen wenn ein Pferd eine Rollkur geht? (Ja.)
  • Welche Pferde werden umgangssprachlich Tinker genannt? (Antwort)
  • Was heißt Halfter und Strick auf englisch? (halter, rope)
  • warum gibt es so viele polnische arbeitsreiter
  • wie spricht man galopp auf polnisch aus
  • wie heissen diese gummipferdchen
  • wie heißt die britische gefleckte pferderasse
  • wie viel Sie können auf Schmiden Pferden verdienen
  • Welche Pferderassen haben einen Aalstrich? (Mir fallen jetzt nur Norweger und Dülmener ein, aber es gibt noch mehr)
  • Was bedeutet ein Pferd anstreichen?
  • Darf man Pferde barren? (Dagegen.)
  • Welche Halftergröße für Tinker?
  • Warum ist Französisch die offizielle Reitersprache?
  • Kann ein arabisches Pferd Behang an der Fessel haben?
  • Ist stichelhaariger Fuchs eine Fellfarbe bei der Eintragung? (Beim Zuchtverband nachfragen.)
  • Wie heißt der Reiter eines Rennpferdes? (Antwort.)
  • Was bedeutet ein Pferd ausbinden?
  • Was heißt Tunier auf englisch? (Competition oder horse show, und auf deutsch heißt es Turnier.)
  • Wie groß wird ein Jährling?
  • Haben braune Pferde einen Aalstrich? (In der Regel nicht, es sind dann Falben, aber die gibt es auch in braun.)
  • Was ist ein Falbe?
  • Welche Farbe hat ein Falbe?
  • Kann man ein büffeliges Pferd korrigieren?
  • olympia dressurreiten was bedeutet das t hinter dem namen
  • Was bedeutet Connemara Prämienfohlen Gold? ( … Zuchtverband?)
  • Wie heißt der Plural von Sattel? (Sättel)
  • Ist Bügeln beim Pferd ein Mangel? (Ich wäre ehrlich gesagt froh, wenn mein Pferd mir das Bügeln abnehmen würde.)
  • anderer Begriff für Pferde abschlachten
  • Was muss ein einjähriges Pferd alles können?
  • Wie bezeichnet man ein Pferd wenn es hübsch ist?
  • Mit welcher Rasse darf man ein ital. Warmblut decken? (… Zuchtverband?)
  • Was heisst NRW hinter dem Pferdenamen?
  • was heist freitseitpferde
  • Zirkelarbeit mit durchtrittigem Pferd? (Tierarzt fragen.)
  • Pferdekauf einjähriger Vollblüter neu oder gebraucht? (Soweit ich weiß, sind Pferde nur in ihrem ersten halben Jahr neu, danach gebraucht.)
  • wie ist eine reithalle aufgebaut was bedeuten die buchstaben
  • Welche Berufe kann ein Pferd haben?
  • wie groß ist ein skewbald pferd ? (Das kommt auf seine Größe an, nicht auf seine Farbe.)
  • von was spricht man wenn man sag das pferd habe eine weiße krone
  • Wie oft gibt es den Namen vom eigenen Pferd?
  • Wie züchtet man falbe Pferde?
  • die Sucht nach Pferden, Fachwort?
  • Gibt es eine Möglichkeit herauszufinden, warum ein Pferd aus dem Rennsport genommen wurde?
  • Ist es möglich isländisch fließend zu sprechen?
  • Gibt es den Farbton Falbe?
  • Wie nennt man ein Pferd das noch nie ein Rennen gelaufen is? („Nicht gelaufen“ bzw. „unraced“ auf englisch.)
  • Warum gibt es bei den meisten Pferderassen keine Pintos mehr? (Du meinst Schecken – aber die Frage ist interessant.)
  • Gibt es das Wort flaxen? (Ja, in der englischen Sprache.)
  • pferderassen liste wo alle drauf stehen deutsch (Ich empfehle Wikipedia.)
  • Was heißt speichern auf isländisch? (Ich glaube, vista.)
  • das pferd koppt auf englisch (und wir rappen dazu auf deutsch!)
  • Was trinkt ein Tennessee Walking Horse?
  • kan man sich in island einfach ein pferd nemen
  • Wie heißt der braune Farbton, den die Amerikaner überall haben?
  • Welche Farbe hat Schokolade bei Isländern?
  • Was haben die Streifen auf den Hürden beim Reitsport zu bedeuten?
  • Wie kurz die Zügel nehmen beim Reiten?

Und nichts davon ist erfunden. Viele der Fragen finde ich einfach drollig, und manche sind sehr spannend. Auf manche haben die Frager hier beim Pferdewörterbuch eine Antwort gefunden, auf viele nicht. Und ich freue mich auf hunderte Fragen mehr im kommenden Jahr!

maiden

Foto von Jean Louis Tosque via Pixabay
Mindestens eins dieser Pferde wird am Ende nicht mehr maiden sein – Foto von Jean Louis Tosque via Pixabay

Im ⇒ Kreuzworträtsel-Wörterbuch wird »maiden« als »junges Rennpferd« beschrieben. Es bedeutet im Galopprennsport aber »sieglos«, mit dem Alter hat das nichts zu tun (auch wenn junge Pferde naturgemäß öfter sieglos sind als ältere). Früher habe ich es wie das Verb »meiden« ausgesprochen, bei der Sport-Welt sagten die Redakteure dann aber eher »mähden«. Das ist vermutlich richtig, nicht nur, weil mein Chef das so gesagt hat, sondern weil das Wort wahrscheinlich wie der gesamte Rennsport aus England gekommen ist. Jedenfalls gibt es das Wort dort auch, wie folgende Überschriften aus der ⇒ Racing Post zeigen:

  • Jessie still a maiden despite trading short (»Jessie immer noch sieglos trotz Nachfrage am Wettmarkt«)
  • Return to fast ground sure to suit this maiden (»Rückkehr auf festen Boden sicherlich günstig für dieses sieglose Pferd«)
  • Mary Tudor out to claim crown and shed maiden tag in the process (»Mary Tudor versucht die Krone zu erobern und dabei den ersten Sieg zu landen«)
  • First encounter with cut could be what this maiden needs (»Das erste Mal weicher Boden könnte das sein, was dieses sieglose Pferd braucht«)
  • Well-entered filly should get off the mark in interesting maiden (»Stute mit Nennungen in besseren Rennen dürfte ihre Handicapmarke in einem interessanten Sieglosenrennen bestätigen können«)
  • Longstanding maiden can finally break his duck (»Ein seit langer Zeit siegloses Pferd kann endlich den ersten Sieg schaffen«) Anmerkung: Ein Pferd kann auf deutsch »seit langer Zeit sieglos« sein, auch wenn es früher einmal gewonnen hat. Aber »maiden« kann es nur bis zum ersten Sieg sein, danach nie wieder. Das Pferd, um das es in dieser Schlagzeile geht, hat noch nie gewonnen. Auf englisch ist das eindeutig.
  • Warrior earns Derby quotes after easy maiden win (»Warrior wird in den Derby-Wettmarkt aufgenommen nach einem leichten ersten Sieg«) Anmerkung: easy win ist immer ein »leichter« Sieg, nie ein »einfacher« Sieg.
  • From a Southwell maiden to the world’s most famous Flat race (»Von einem Sieglosenrennen in Southwell zum berühmtesten Flachrennen der Welt«)

maiden kann also sowohl »sieglos«, »siegloses Pferd«, »Maidenrennen/Sieglosenrennen« und in der Kombination maiden win auch »erster Sieg« bedeuten. to shed the maiden tag (wörtlich »das Maiden-Schild abschütteln«) und to break one’s duck (wörtlich »seine/ihre Ente brechen«) ist auf deutsch »die Maidenschaft ablegen«, also den ersten Sieg landen. Klingt komisch, ist aber so.

Glossar Pferderassen, englisch-deutsch

Rasse? Egal, Hauptsache glücklich
Rasse? Egal, Hauptsache glücklich — Foto via Pixabay

Auch in meinem Lieblings-Wörterbuch Pferdesport – Deutsch, Englisch, Französisch ist keine Liste der Pferderassen, -typen und -schläge und ihrer Übersetzung enthalten. Also habe ich angefangen, eine zu erstellen. Für Anmerkungen, Anregungen, Korrekturen oder Fragen nutzen Sie bitte das Kommentarfeld am Fuß des Beitrags. Als Quelle verwende ich den Observer Guide to Horses and Ponies und The New Encyclopedia of the Horse (s. unten) und versuche, mich an die gängigeren Rassen zu halten.

Und eine Vorbemerkung sei noch gestattet: Weiterlesen

Ein gelbes Pferd

Bei der Betrachtung von D’Artagnans »gelbem« bzw. »orangefarbigem« Pferd (Die drei Musketiere von Alexandre Dumas) kann man verschiedene Thesen aufstellen, welche ungewöhnliche Farbe das Tier gehabt haben soll. Dumas schreibt »jaune de robe«.

  1. Fuchs, und zwar ein Hell- oder Lehmfuchs. Denn auch der unbekannte Edelmann aus dem ersten Kapitel mutmaßt: »Dieses Pferd ist offenbar oder war vielmehr in seiner Jugend ein Goldfuchs. Es ist eine in der Botanik sehr bekannte, aber bis jetzt bei den Pferden eine sehr seltene Farbe.« Es scheint mir aber sehr unwahrscheinlich, dass ein gewöhnlicher, wenn auch  etwas hellerer Fuchs, in dem Maße Aufsehen erregt haben soll, wie es d’Artagnans Reittier das tat. Und anscheinend war das Pferd eben nicht von edel goldglänzender Farbe, sondern die Bemerkung eher spöttisch gemeint.

    Foto via Pixabay
    Ein gelblicher Fuchs – Foto via Pixabay
  2. Falbe, und zwar ein gelblicher, also ein Gelbfalbe.

    Foto via Wikipedia
    Fjordfuchsfalbe – Foto via Wikipedia
  3. Erdfarbenes Pferd mit gelblichem Deckhaar, wie auf diesem Bild. Aber dann würde wohl kaum jemand behaupten, es sei einmal ein Goldfuchs gewesen, schließlich hat es dunkles Langhaar.

    Foto von Bhakti Iyata via Pixabay
    Erdfarbenes Pferd mit Blesse – Foto von Bhakti Iyata via Pixabay
  4. Ein Isabell. Dabei sagt man den Isabellen doch nach, früher sehr begehrt gewesen zu sein, so sehr, dass man ihrem Farbton den Namen der Königin Isabella gab. Ich habe für diese Behauptung aber leider keine Quellen.

    Foto via Pixabay
    Isabell bzw. Palomino – Foto via Pixabay
  5. Eine aufgehellte Farbe der oben genannten Farben, was einen entsprechend verwaschenen Eindruck rechtfertigen könnte, also ein cremello oder perlino.

    CremellKumana @ Wild Equines via Wikipedia
    Cremello – Foto von Kumana @ Wild Equines via Wikipedia – Creative Commons Attribution 2.0 Generic
  6. Ein rötlicher Farbwechsler wie dieser hier:

    Fuchsfarbwechsler - Foto von Lil Shepherd
    Fuchsfarbwechsler – Foto von Lil Shepherd – Creative Commons Attribution 2.0 Generic
  7. Vielleicht auch eine der Farben, die heute so begehrenswert erscheinen, und früher vielleicht wegen ihrer mangelnden „Reinheit“ abgelehnt wurden (reine Spekulation!), wie champagne, windfarben oder dunalino, oder eine kompliziertere Mixtur daraus.

    Foto von ArsDelicata via Wikipedia
    Pferd mit unbekannter Farbe – Foto von ArsDelicata via Wikipedia – Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Wenn ich versuche, mir einen armseligen Klepper mit gelblichem Fell vorzustellen, entsteht das Bild von asiatischen Wildeseln.

Richtig spannend wäre es jetzt, wenn man rekonstruieren könnte, welche Landrassen es zu der Zeit, die Dumas beschreibt, in der Gascogne gegeben hat und ob bei diesen vielleicht bestimmte Fellfarben vorgeherrscht haben, so wie der „roan“-Faktor bei den belgischen Kaltblütern (die Eigenschaft, im Sommer- bzw. Winterfell verschiedene Anteile weißer Haare im Fell zu haben).

Dies ist ein Artikel in der Serie D’Artagnans Pferd. Weitere Artikel sind:

  1. D’Artagnans Pferd
  2. Rosskamm
  3. A genoux

Altes Wort für … Stute

Foto via Pixabay
Stute und Fohlen – Foto via Pixabay

“Stute” ist heute bundesweit und, soweit mir bekannt, auch in anderen deutschsprachigen Ländern der einheitliche Begriff für “ausgewachsenes weibliches Pferd”.

Es gab und gibt noch andere Bezeichnungen, die uns heute meist nicht mehr geläufig sind, in manchen Dialekten aber noch erhalten sein können. Die nachfolgende Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich habe die Begriffe und ihre Definitionen aus den “Untersuchungen zu den Haustiernamen des Rheinlands” von Dr. Anna Luise Brockmans von 1939. Sie hat die geografische Verbreitung verschiedener Bezeichnungen von Haustieren untersucht.

  • Mähre. Ein Begriff, der einen Bedeutungswandel durchgemacht hat. Während er früher einfach “weibliches Pferd” bedeutete, wird er heute meist nur noch in der Bedeutung “altes abgetriebenes Pferd” verwendet (also in dem, wie das Buch so schön festhält, “verächtlichen Nebensinn”). Vgl. englisch mare, niederländisch merrie, isländisch meri.
  • Mährenpferd. Hierzu schreibt Frau Dr. Brockmans: “Mähre erfährt in der Wortzusammensetzung Mährenpferd durch den Gn. [=Gattungsnamen] Pferd eine Verdeutlichung, ein Zeichen dafür, daß das Wort Mähre in besagten Gebieten bereits sinnentleert und damit in die Gefahr des Aussterbens geraten ist; man vergleiche Bildungen wie (…) Walfisch”
  • Strut, Strute, Strutpferd.
  • Stutenpferd. Eine Bildung wie Mährenpferd.
  • Mutterpferd
  • Muttergaul. Hierzu schreibt die Autorin: “Wo Gaul der Gn. [=Gattungsname] des Pferdes ist, (…) erscheint Muttergaul in derselben Bedeutung wie Mutterpferd im Pferd-Gebiet.”
  • Zielpferd. Bedeutet Zuchtpferd (ziel – ziehen – züchten ist der Zusammenhang).
  • Füllenpferd. Ein Pferd, das ein Fohlen hat, also ein Mutterpferd, ein weibliches Zuchtpferd.
  • Füllengaul
  • Füllenstute
  • Füllenmähre. In der Westeifel ursprünglich ein weibliches Pferd, das zur Zucht verwandt wird. Die Bedeutung wandelte sich aber hin zu “gute Stute”, einerlei, ob sie zur Zucht eingesetzt wurde oder nicht. In Schleswig-Holstein die Bezeichnung einer trächtigen Stute, während das Mutterpferd Fahlentöt heißt und das weibliche Pferd allgemein Fahlenpferd.
  • Füllenroß. Im Steirischen ein Pferd, das ein Saugfohlen hat.
  • Fülligurre. Bezeichnung für Stute mit Fohlen in der Schweiz.

Einen weiteren in diesem Buch gefundenen Begriff will ich nicht unterschlagen: “Mährfohlen” für “junges weibliches Pferd”. Heute würde man “Stutfohlen” sagen.

Suchst du andere Wörter für Pferde allgemein? Die findest du hier.