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Comtois - Foto von JuLessMrsS
Comtois – Foto von JuLessMrsS via Pixabay

Was du schon immer über die Farbe der Comtois-Pferde wissen wolltest, aber nie erfahren konntest, weil du kein Französisch sprichst:

Das Comtois-Pferd hat ursprünglich ein bauchiges Kleid mit schwarzen Haaren, das bis zur Zeit des Zweiten Weltkrieges fast die einzige Kleidungsfarbe der Rasse bildet. Das Kleid ist jetzt anders, gekennzeichnet durch eine klare gelb-silberne Mähne und Schweif, sowie klare Barten, die bis auf die Sehnenebene zurückgehen. Das Kleid dieser Pferde, (fälschlicherweise) „kastaniengewaschenes Haar“ (die Mehrheit der Comtois-Pferde ist ursprünglich Bais), ist auf die Einführung des Gens Silver durch einen einzigen Hengst namens Questeur zurückzuführen, der In den 1950er Jahren wurde er zum Zuchthengst. Da das Silber-Gen dominant ist, trägt nun eine große Mehrheit der Comtois-Pferde dieses Kleid, auch wenn die Bucht noch von der Standard-Rasse zugelassen ist. Das Kleid namens verbrannte Kastanie ist verboten.
Dieses Kleid ist in der Comtois so üblich geworden, dass andere Silberbeerepferde als „comtois chestnut“ beschrieben werden. Die Züchter mögen versucht haben, Weiterlesen

Islandpferdefarben

Ein windfarbener Isländer
Ein windfarbener Isländer – Foto von Ute Becker via Pixabay

Ich werde ab und zu nach Pferdefarben und wie sie auf deutsch und isländisch heißen gefragt. Weil es zu viele sind, um sie in einem Artikel zu behandeln, werde ich in loser Folge einen Begriff vorstellen. Es geht dabei um die Farben von Islandpferden und ihre Bezeichnungen. Auf die Genetik gehe ich nicht im Detail ein – wer sich dafür interessiert, dem sei das Buch ⇒ “Farben und Farbvererbung beim Pferd – Islandpferde” von Henriette Arriens empfohlen, was allerdings knapp €40 kostet. Ich habe sowohl dieses Buch als auch ⇒ WorldFengur und ⇒ Stormhestar sowie weitere Bücher und Plakate bei der Zusammenstellung dieser Liste berücksichtigt, aber leider ist es auch so, dass es bei den Farbbezeichnungen noch einige Widersprüche gibt sowie Pferde, deren Farbe sehr schwer zu beschreiben ist (zum Beispiel der fabelhafte ⇒ Svadilfari från Knutshyttan, der in Island als gelberdfarben, in Schweden als rappwindfarben geführt wird und an anderer Stelle als Goldrappe auftaucht). Grundsätzlich muss man sagen, dass die Isländer (die Zweibeiner) die verschiedenen Farbphänomene und ihre Vererbung sehr früh erkannt und klassifiziert haben, während die deutsche Nomenklatur wesentlich weniger präzise ist (bspw. dunkelfalb, Mohrenkopfschimmel). Das letzte Wort bei der Bezeichnung einer Farbe hat immer der Zuchtverband. Bei den Islandpferden sind die gültigen Farbbezeichnungen auf ⇒ WorldFengur nachzulesen.

Weitere Buchempfehlungen zum Thema Pferdefarben

Bei den isländischen Bezeichnungen der Farben steht wie im Wörterbuch die männliche Grundform zuerst, gefolgt von der weiblichen und der neutralen, denn die Farbbezeichnungen sind immer Adjektive (außer hvítingi). Und noch eine Warnung: Auch wenn diese Liste hilft, Pferdenamen wie Rauður zu übersetzen, ist sie nicht geeignet, um Pferdenamen auszusuchen, weil Isländer ihre Pferde zwar “Brúnn” (Rappe) und “Rauður” (Fuchs) nennen, aber nicht “Mósóttur” (sondern Mósi). Wenn Sie also einen passenden Namen für Ihr Islandpferd suchen: bei ⇒ Fróður finden Sie nicht nur den Namen, sondern auch die Aussprache.

Pferdehaar

Braunschecke mit Blesse
Schecke mit Blesse, die Tasthaare am Maul sind gut zu erkennen — Foto von Penstones via Pixabay

Wie ich festgestellt habe, handeln viele Artikel in diesem Blog von Pferdefarben. Deshalb ist es Zeit, einmal das Medium der verschiedenen Farben genauer zu betrachten, nämlich die Haare der Pferde.

Die Haare sind jene hornigen Gebilde, welche den ganzen thierischen Körper bedecken und theils zum Schutze gegen Kälte oder andere schädliche Einflüsse, gegen Insekten, zum Theile auch dem Tastsinne dienen.

So schreibt es Dr. Franz Müller in seiner “Lehre vom Exterieur des Pferdes”, Wien 1868. Und wie heißt das Haarkleid des Pferdes jetzt? Weiterlesen

dunkelfalb

braun, falb oder erdfarben?
Foto: islandpferdenamen.de

Ich habe jetzt schon mehrfach den Begriff  „dunkelfalb“ als Bezeichnung eines äußerlich eigentlich braunen Pferdes gelesen. Wissen Sie was dahinter steckt?

Kurze Antwort: Nicht genau.

Lange Antwort: Es gibt mehrere Möglichkeiten, warum man diese Pferde nicht braun nennt, obwohl sie so aussehen. Um den konkreten Grund herauszufinden, müsste man Fotos der betreffenden Pferde sehen und zusätzlich wissen, welche Farben ihre Eltern und Geschwister haben, um so auf die Genetik schließen zu können.

Was ich mir vorstellen könnte, warum das Pferd als dunkelfalb bezeichnet wird:

  • Es könnte ein echter Braunfalbe sein. Ein Braunfalbe hat einen braunen Rumpf, Beine und Kopf sind etwas dunkler, und er hat einen Aalstrich, der sich längs durch seine Mähne, über den Rücken und bis in den Schweifansatz hinein zieht. Braunfalben werden meist für Braune gehalten und als solche eingetragen. Braunfalben sind nur dann Braunfalben, wenn mindestens ein Elternteil ebenfalls ein Falbe war (es muss kein brauner Falbe gewesen sein, ein Mausfalbe ginge zum Beispiel auch, aber auf jeden Fall ein Falbe). Also schauen Sie sich das Pferd gut an – hat es einen Aalstrich? ⇒ Hier ein Beispiel für einen sehr dunklen Braunfalben, ⇒ hier ein Braunfalbe, bei dem man den Aalstrich gut sieht
  • Dann gibt es noch Falben, die so genannt werden, vom Erbgut her aber keine sind. Leider gibt es in Deutschland – jedenfalls soweit mir bekannt – noch keine gute Terminologie der Farben, bei der auch den genetischen Gegebenheiten Rechnung getragen wird. Am weitesten sind da meine ich die Islandpferdezüchter, die relativ genau unterscheiden. (Deswegen entnehme ich meine Beispiele auch der Islandpferde-Datenbank ⇒ Stormhestar.)
    Den echten Falben haben wir oben definiert. Was in Deutschland auch noch Falbe genannt wird, ist das, was die Isländer als erdfarben und die Amerikaner als buckskin bezeichnen. Eine Farbe, die z. B. beim ⇒ Connemara-Pony häufig ist, und dort habe ich auch die Bezeichnung „dunkelfalb“ häufiger gefunden. Ein erdfarbenes Pferd kann am Rumpf von hell-milchkaffeefarben bis braun variieren, die Beine sind dunkler. Oft ist das Gesicht minimal heller als der Rumpf. ⇒ Ein Beispiel für ein hellerdfarbenes Pferd ist der Hengst Óskasteinn vom Barghof, den Laien auch für ein Connemara halten könnten.
    Ein erdfarbenes Pferd hat keinen deutlichen Aalstrich und vor allem ist sein gesamtes Langhaar dunkler als das Fell, und nicht, wie beim Falben, nur die Mitte der Mähne. Es handelt sich um verschiedene Gene, die dafür sorgen, dass ein Pferd entweder ein Falbe oder erdfarben wird*. Dennoch werden beide Farben in Deutschland „falb“ genannt. Dunkelfalb könnte also einer von den ganz dunklen Erdfarbenen sein, die sich mit bloßem Auge kaum von einem normalen Braunen unterscheiden lassen. Um sicher zu sein, muss man die Farben der Vorfahren kennen.
    Da ich wie gesagt den Begriff „dunkelfalb“ vor allem bei den Connemaras gefunden habe, tippe ich darauf, dass es sich um die in den USA als sooty buckskin** oder dark buckskin bekannt gewordene Farbe handelt. In der Islandpferdezucht spricht man von dunkelerdfarben. ⇒ Ein Beispiel für einen sehr dunklen Erdfarbenen (Isländer). Vergleichen Sie mit einem ⇒ dunkelfalben Connemara, Dun Iltschi
  • zu guter Letzt kann es auch ein simpler Brauner sein, aber braunfalb klingt einfach interessanter. Farbgenetik beim Pferd ist modern, und Pferdebesitzerinnen stecken viel Geld in Gentests, weil sie sich so sehr Farbe XY wünschen, von der sie so tolle Fotos im Internet gesehen haben

Bitte bedenken Sie, dass ich keine Biologin bin und schon gar nicht von jeder Farbe eine Stute und einen Hengst in meiner Herde stehen habe, mit denen ich dann munter versuche, einen Mausfalbwindfarbschecken zu züchten, der Farbwechsler ist und dazu noch Schimmel wird (theoretisch müsste das gehen …?).

* wobei es auch beides sein kann, eben weil es zwei verschiedene Gene sind – aber das ist selten. ⇒ Hier ein Beispiel dafür

**sooty buckskin ist auch wieder missverständlich, weil man mittlerweile vermutet, dass es noch ein weiteres Gen geben könnte, das für einen schwärzlichen Farbton zuständig ist, wie man ihn z. B. beim Kohlfuchs findet

Was bedeutet dunalino?

Foto: islandpferdenamen.de

Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte hat die Pferde-Farb-Forschung große Fortschritte gemacht. Die Erbgänge verschiedener Farben sind nachgewiesen worden, vorher unbekannte Phänomene konnten erklärt werden, und es sind sogar neue Farben definiert worden, die es zwar schon lange gab, die man aber nicht richtig einordnen konnte. Die Schokofarbe der Rocky-Mountain-Pferde, die Metallic-Farben der Achal-Tekkiner … So entstehen neue Begriffe, die nicht nur die Zuchtverbandssekretärin Ihres Vertrauens mit den Ohren schlackern lassen. Smokey black? Amber champagne? Möchten Sie das geschüttelt oder gerührt?

Und das, wo doch noch nicht einmal die auch bei uns beheimateten Farben zutreffend benannt sind (z. B. die beim Rheinischen Kaltblut vorkommenden Braunschimmel und Mohrenkopfschimmel, die überhaupt keine Schimmel sind, weil sie kein Schimmel-Gen haben, sondern das Roan-Gen.)

Und kaum haben wir uns durch „dun“, „red dun“, und „blue dun“ gewurstelt – Farben, die beim Deutschen Reitpferd nicht vorkommen, wohl aber beim Deutschen Reitpony – kommt schon wieder jemand und bezeichnet ein Pferd jetzt als dunalino.

Genetisch betrachtet ist das nicht so kompliziert. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich um ein Pferd mit der Grundfarbe Fuchs und dem Falb-Modifikator UND dem Isabell-Modifikator. Ein zweimal modifizierter Fuchs. dun ist falb, „-alino“ soll wahrscheinlich als Anklang an palomino für den Isabell-Anteil stehen. Ein deutsches Wort für dunalino ist mir z. Z. nicht bekannt. „Falbomino“ wäre eine scherzhafte Übertragung, „Blondfalbe“ klingt griffig, lässt den Hörer aber noch über die Grundfarbe des Fells im Unklaren. „Isabellfalbe“ ist sachlich korrekt. Man wird sehen, was sich durchsetzt.

Eingetragen werden solche Pferde sicherlich als Falben, was auch in Ordnung ist, weil sie einen Aalstrich und dunkle Beine aufweisen, und den Falb-Faktor auch an ihre Fohlen weitergeben; aber eben mit dem Zusatz „mit hellem Langhaar“.

Fotos von blonden Falben gibt es zum Beispiel in der Stormhestar-Datenbank. Ein Hengst, der sowohl den Falb- als auch den Isabell-Faktor vererbt, ist Reginn vom Grenzland. Hier sind Fotos seiner Nachkommen zur Verdeutlichung, wie ein dunalino aussieht:

  • Spök – Aalstrich und Beine schön zu sehen
  • Sýn – hat Falbfohlen gebracht
  • Sigar

„piebald“ und „skewbald“

Braunschecke
Braunschecke

Ein mehrfarbiges Pferd heißt auf deutsch generell Schecke. Einen solchen Oberbegriff gibt es im britischen Englischen auch, aber er ist nicht so geläufig. Shetlandpony-Züchter zum Beispiel sprechen von broken-coloured, wenn sie ein nicht-einfarbiges Pferd meinen (das hieße solid-coloured). Normalerweise aber sind Engländer präziser als wir, wenn es um Schecken geht. Sie unterscheiden nämlich immer zwischen Rappschecke (piebald) und Fuchsschecke oder Braunschecke (skewbald). Welche Farbe ein skewbald jetzt genau hat, kann man am Wort allein nicht ablesen, er ist halt gescheckt, ohne als Grundfarbe Rappe zu haben. In Nordamerika wird ohnehin weniger zwischen Rapp-, Fuchs- und Braunschecke unterschieden, daher haben es dortige Schecken einfacher und werden einfach als pinto bezeichnet. Siehe auch Glossar Pferdefarben, englisch-deutsch. Zur Aussprache siehe ⇒ howjsay.

Glossar Pferdefarben, englisch-deutsch

In diesem Artikel geht es um die Frage „Wie übersetze ich den englischen Begriff für [some horse colour] ins Deutsche?“ Ich gehe deswegen nicht auf alle vorhandenen Pferdefarben ein und diskutiere nicht den genetischen Unterschied dazwischen, sondern führe vor allem die auf, die auch Laien in englischen Texten begegnen und nicht immer einfach zu übersetzen sind.

Wer eine gute Übersicht über die Farbvererbung haben möchte, dem sei ⇒ dieses illustrierte Diagramm (auf englisch) ans Herz gelegt.

Weitere Artikel zum Thema Pferdefarben sind “piebald” und “skewbald”, Warum ist “brúnn” nicht “braun”?, Was ist eigentlich ein Mohrenkopfschimmel?, “chestnut” ist nicht “kastanienbraun” und “grey” ist nicht “grau”, und „Was ist ein dunalino?

Pferdefarbe sorrel=Fuchs
sorrel

Fuchs. Das Wort „sorrel“ ist nur im amerikanischen Englisch gebräuchlich. Über die Unterschiede zwischen sorrel und chestnut gibt es geteilte Meinungen. Mit der Übersetzung Fuchs ist man auf der sicheren Seite. blond sorrel ist ein Hellfuchs oder Lichtfuchs. Früher gab es auch die Bezeichnung „Weißfuchs“ für Pferde, die aussehen wie ein heller Haflinger.

Pferdefarbe chestnut=Fuchs
chestnut

Fuchs. Es handelt sich im Deutschen um einen feststehenden Begriff. Die Übersetzung „kastanienbraun“ ist fachlich und sachlich falsch, denn die Fellfarbe des Fuchses ist rötlich. Die Helligkeit des Farbtons variiert. Einen ganz dunklen Rotton hat der liver chestnut: die Übersetzung Leberfuchs ist falsch korrekt und schon im 19. Jahrhundert nachzuweisen.
flaxen mane and tail oder einfach nur flaxen bedeutet mit hellem Langhaar. Man liest zwar manchmal „Fuchs mit Flaxen“, das bezieht sich aber ausschließlich auf die Genetik (Flaxen-Gen) und ist deswegen kein geeigneter Begriff. Außer Fuchs mit hellem Langhaar, was zugegebenermaßen sperrig ist, gibt es keinen geeigneten Begriff.

Pferdefarbe bay=Brauner
bay

Brauner. blood bay ist ein Rotbrauner, dark bay und mahogany bay sind dunkelbraun.

Pferdefarbe brown=Dunkelbrauner
brown

Dunkelbrauner. Wenn von einem Pferd der Farbe dark bay or brown die Rede ist, bedeutet das nicht, dass sich jemand nicht entscheiden konnte. Es ist die Bezeichnung für schwarzbraun – ein Begriff, der bei uns nur in der Vollblutzucht verwendet wird – andernorts heißt das dunkelbraun. Auch seal brown ist dunkelbraun.

Pferdefarbe black=Rappe
black

Rappe. Nicht „Schwarzer“.

Pferdefarbe palomino=Goldisabell
palomino

Isabell, genauer gesagt Goldisabell.
Das Wort „Palomino“ hat man in Deutschland zwar schon mal gehört, aber die Farbe heißt bei uns dennoch Isabell. Was in den USA als Pferderasse „Palomino“ geführt wird, heißt hingegen auch bei uns Palomino – obwohl es strenggenommen keine eigene Rasse, sondern eine Farbzucht ist.

Pferdefarbe perlino=Hellisabell
perlino

Hellisabell.

Pferdefarbe cremello=Weißisabell
cremello

Weißisabell.

Pferdefarbe buckskin=erdfarben
buckskin

Der Begriff erdfarben für diese Farbe stammt aus der Islandpferdezucht, scheint sich aber durchzusetzen. Früher wurde sie im Deutschen auch als Falbe bezeichnet, obwohl sich Erdfarbene von Falben sowohl genetisch als auch vom Aussehen her unterscheiden.

Pferdefarbe dun=Falbe
dun

Falbe. Wenn von einem dun die Rede ist, ist häufig die Variante bay dun gemeint, also ein Braunfalbe. red dun ist ein Fuchsfalbe. Diese Begriffe gibt es auch als Adjektiv: falb, rotfalb, braunfalb, etc.

Pferdefarbe blue dun=Mausfalbe
grullo, blue dun, grey dun

Graufalbe, Mausfalbe. Die Begriffe sind meines Wissens austauschbar. grulla ist die im Spanischen korrekte weibliche Form von grullo, übersetzt also Graufalbstute bzw. Mausfalbstute.

Pferdefarbe roan=Farbwechsler
roan

Farbwechsler. Die Farbe wird häufig als „stichelhaarig“ bezeichnet, das ist aber nicht korrekt. Die richtige Bezeichnung für roan ist Farbwechsler, denn die Pferde sind im Winter am Körper deutlich heller als im Sommer. Um welche Art Farbwechsler es sich handelt, entscheidet die Grundfarbe (die an Kopf und Beinen besonders deutlich ist). strawberry roan hat nichts mit Erdbeeren zu tun, sondern ist ein Rotfuchs-Farbwechsler. red roan ist ein Fuchsfarbwechsler, bay roan ist ein brauner Farbwechsler, blue roan ein Rappfarbwechsler, oft auch Mohrenkopfschimmel genannt. Wenn im amerikanischen Galopprennsport die Rede von roan ist, ist ein Fuchsschimmel gemeint. Bei Kaltblütern spricht man üblicherweise von einem Braunschimmel, wenn es um einen bay roan geht. Das ist sachlich nicht korrekt (Schimmel werden ja im Laufe ihres Leben ganz weiß, sie schimmeln aus), hat sich aber so eingebürgert. Gerade im Kaltblut-Umfeld würde ich deswegen bei dem Schimmel-Begriff bleiben.

Pferdefarbe gray=Schimmel
grey, gray

Schimmel. flea-bitten grey ist ein Fliegenschimmel.

Pferdefarbe silver dapple=windfarben
silver, taffy, chocolate, silver dapple

Häufig wird die Farbe auch als silver dapple bezeichnet. Aus der Islandpferdezucht stammt die Bezeichnung windfarben. Sie scheint sich allgemein durchzusetzen. In der Classic-Pony-Zucht jedoch wird die Farbe als Dunkelfuchs mit heller Mähne bezeichnet – von der Genetik her Unfug, aber die Bezeichnung hat sich eingebürgert.

Pferdefarbe dappled grey=Apfelschimmel
dappled, dapples, dappling

geäpfelt, Äpfel und Äpfelung bezeichnet die kreisförmigen Muster am Körper des Pferdes, die etwas heller als der Rest des Fells sind. Am häufigsten bei Schimmeln zu sehen, die dann dappled grey bzw. Apfelschimmel genannt werden.

Pferdefarbe leopard=Tigerschecke
leopard

Tigerschecke. Zwar haben Tiger ein ganz anderes Muster, aber die Pferdefarbe heißt dennoch so. Volltiger ist die korrekte Bezeichnung, wenn das Pferd am ganzen Körper Tupfen hat.

Pferdefarbe blanket wirh spots=Schabrackentiger
blanket with spots

Das Muster heißt Schabracke. Das Pferd, das das Muster trägt, nennt man Schabrackentiger. Ein Wort, zu schön, um es nur für Pferde zu benutzen!

Die englischen Begriffe kann man auch der Übersicht „Horse Color Chart“ entnehmen. Die Illustrationen entstanden nach einem Foto von GloomWriter, mit freundlicher Genehmigung.

Übersicht über die Pferdefarben - englische Begriffe
Übersicht über die Pferdefarben – englische Begriffe. Anklicken zum Vergrößern

„grey“ ist nicht „grau“

schimmel
Ein Schimmel (und am Rand ein Fuchs) mit Knotenhalfter

grey ist nicht „grau“, jedenfalls nicht im Zusammenhang mit Pferden. Die Pferdefarbe, die auf englisch grey heißt, heißt auf deutsch „Schimmel“. a grey horse ist demnach nicht „ein graues Pferd“, sondern „ein Schimmel“, a grey mare „eine Schimmelstute“, a grey gelding „ein Schimmelwallach“.

Übrigens werden auch rein weiße Schimmel im Englischen als grey bezeichnet. Ein Hinweis darauf, dass es sich bei Schimmeln nicht um weiße, sondern um vorzeitig ergraute Pferde handelt. Weshalb sich die Frage nach dem Schimmelfohlen erübrigt.

Weitere Beiträge hier im Pferdewörterbuch: