Braunschecke mit Blesse
Schecke mit Blesse, die Tasthaare am Maul sind gut zu erkennen — Foto von Penstones via Pixabay

Wie ich festgestellt habe, handeln viele Artikel in diesem Blog von Pferdefarben. Deshalb ist es Zeit, einmal das Medium der verschiedenen Farben genauer zu betrachten, nämlich die Haare der Pferde.

Die Haare sind jene hornigen Gebilde, welche den ganzen thierischen Körper bedecken und theils zum Schutze gegen Kälte oder andere schädliche Einflüsse, gegen Insekten, zum Theile auch dem Tastsinne dienen.

So schreibt es Dr. Franz Müller in seiner “Lehre vom Exterieur des Pferdes”, Wien 1868. Und wie heißt das Haarkleid des Pferdes jetzt?

  • Deckhaar sind die kurzen Haare, die den ganzen Körper bedecken; das Fell. Es wird saisonal unterschieden zwischen Sommerfell und Winterfell. Fohlen werden mit Fohlenfell geboren, ein altmodisches Wort dafür ist Milchhaare.
  • Langhaar ist der Sammelbegriff für Mähne, Schopf und Schweif. Die Mähne entspringt dem Mähnenkamm (dem oberen Rand des Halses), das Schweifhaar wächst bei Pferden aus der Schweifrübe, und der Schopf ist das Büschel Haare, das zwischen den Ohren des Pferdes und auf seiner Stirn liegt.
  • Behang ist ein weiterer Sammelbegriff für das Langhaar, er schließt oft die Behaarung an den Beinen mit ein:
  • Fesselbehang, Kötenzopf oder altmodisch Zotten heißen die etwas längeren Haare hinten am Fesselgelenk
  • Die langen Haare an den Lippen heißen Tasthaare. Einen interessanten Fachbegriff habe ich bei Müller gelernt: Die langen Haare um die Augen heißen Scheuhaare.
  • Rosshaar heißen Pferdehaare, die nicht mehr am Pferd sind. Mit Rosshaar werden Matratzenfüllungen, Geigenbögen, Besen und Bürsten gefertigt. Warum es Rosshaar und nicht Pferdehaar genannt wird, weiß ich nicht. Vielleicht aus ähnlichen Gründen, weshalb es Stutenmilch und nicht Pferdemilch heißt?

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