Was das ⇒ Deutsche Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm zum Begriff Köte sagt:

  • Die Bedeutung: Gelenkknochen, besonders am Pferdefuße. Allgemeiner: Knöchel. Heute sagt man beim Pferd Fessel dazu.
  • Einen ähnlichen Begriff (kote, koot) gibt es im Niederländischen (da ich es nicht spreche, kann ich dazu nichts sagen, würde mich aber freuen, wenn jemand, der das liest, etwas dazu sagen kann – einfach das Kommentarformular nutzen!)

Der Begriff taucht heute noch auf beim Kötenzopf: Laut Grimm die Haare an der Köte des Pferdes. Das moderne Wort dafür ist Fesselbehang.
Und dann gibt es den Begriff überköten. Darüber war ich mir lange nicht im Klaren. Im Grimmschen Wörterbuch steht:

unter überköthen versteht man eine verrenkung im fesselgelenk in der art, dasz das obere ende des fesselbeines nach rückwärts weicht und die gelenkwalze des schienbeines nach vorne

Die knappe Definition des Begriffs bei Graf von Norman sr. (Hippologisches Lexikon, 1939):

Überköten: eine Verstauchung am Kronen- u. Fesselgelenk.

In der überarbeiteten Fassung von 1964 (durch die Herren Boden und Wimmer) erklärt das Hippologische Lexikon:

Überköten: ein Fehltreten, das zu einer Verstauchung am Kronen- und Fesselgelenk führen kann.

Es gibt bei Fohlen – glücklicherweise selten – extremes Überköten, nämlich den angeborenen Sehnenstelzfuß. Dabei ist das Bein im Fesselgelenk, Krongelenk und Hufgelenk stark gebeugt. Im Extremfall zeigt der Huf des Fohlens nach hinten, sodass es gar nicht darauf stehen kann, sondern der Fesselkopf den Boden berührt (⇒ Bilder und erläuternde Texte dazu hier).

Um noch einmal die Grimms zu Wort kommen zu lassen. Sie erklären eine weitere Bezeichnung:

überkötig, adj., ü. sein für habituelles überköthen

Nicht zu verwechseln (ich habe das lange getan), es gibt es auch den Begriff durchköten (die Betonung liegt wie bei „überköten“ auf der zweiten Silbe). Wenn ein Pferd beim Auffußen stark durchkötet, heißt das, der Fesselkopf kommt dem Boden sehr nah – näher, als er das bei einem normalen Gangbild tun würde. Tritt das bei einem Pferd nicht nur beispielsweise bei der Landung nach einem Sprung auf, sondern regelmäßig, und womöglich auch noch, wenn es nicht in Bewegung ist, nennt man das durchtrittig oder im Extremfall, wenn der Fesselträger gerissen ist, Niederbruch.

Mein Schmied spricht überköten übrigens mit Doppel-T aus: „überkötten“.

Ein Gedanke zu „Köte, Kötenzopf, überköten

  1. Hallo, ich lese gerade auf Ihrer Website über den Niederländischen Begriff „Koot“… Ich bin Niederlanderin; es stimmt Fessel = Koot in Niederländischem :-)
    „Kote“ ist aber kein Niederländisches Wort! „Koten“ sagt man wenne es mehrere sind. Also mit einem ’n‘ dazu.

    Fesselkopf = Kogel
    Fesselköpfe = Kogels

    Grüße aus der Eifel,
    Martina

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